Alpine Discovery

Entdecken und Erleben im Alpinstil

mit Abstecher zum Plan de Corones

 

Jahresausgleiter 2016 from Andreas Lanzl on Vimeo.

Kurzum, die Münze entschied. Als ich im Auto Richtung Kocheler Berge unterwegs war und ich mit Kathi telefonierte und ihr eigentlich nur einen Guten Rutsch wünschen wollte. Sie plante einen Kurztrip über Sylvester nach Bassano del Grappa mit ihrem Freund und einem weiteren Fliegerspetzl. Allerdings war es nicht meine Münze, denn noch im Auto gen Süden sitzend führte ich selbes Telefonat mit Carina und erst hier wurde aus dem Vorschlag von Kathi, den dreien zu folgen ein ernsthafter Plan. Auf dem Plan stand, schlafen im Auto oder Zelt bei um die -5 °C und für Carina acht, bei mir vier Stunden Autofahrt. Außerdem war nichts gepackt, nicht vorbereitet. Aber der Gedanke, in südlicher Wärme und Thermik noch ein paar verlängerte Jahresausgleiter zu machen, lies uns nicht los. Also würde eine Münze geworfen und diese stand eindeutig auf Abenteuer! Wie viel Abenteuer, dass wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht.

Kalte Nächte, schöne Tage

Kalte Nächte, schöne Tage

Die Nacht im Zelt war ein kaltes aber sehr lohnendes Erlebnis, wenn das Tiefland in klirrend kalter Nacht mit seinen Millionen Lichtern bei hereinbrechender Nacht vor einem zu funkeln beginnt. Ach die letzte Auffahrt an den Panetone um das verbleibende Auto zu holen und mal eben schnell noch der Sonne über hinter den hügeligen Alpenausläufern untergehen zu sehen war genauso verzaubernd, wie kurz am Tag der Silvesterfeier am Kronplatz einfach mal schnell den Gipfel zu überhöhen und in wunderbar geschenkter Thermik die Bergwelt zu genießen.

Bezaubernde Momente

Bezaubernde Momente

Bevor man sich mal wieder fragt, ob der Aufwand wirklich lohnt – sollte man öfter mal die Münze auf Abenteuer fallen lassen!

Schirm und Schneeshuh

Wahnsinn! Endlich hat der Winter auch bei uns Einzug gehalten. Die weiße Pracht bedeckt das Land und es ist wieder Zeit, den geliebten Schirm ein Winterschläfchen zu gönnen… Nicht so der eingefleischte Hike-and-Flyer. Zugegeben ist das Totschlagargument in der kalten Jahreszeit ja immer “Wenn ich schon mit Ski rauf geh, warum sollt ich dann nicht auch in den Genuß des Runterpowderns kommen?”

Kurze Gehstrecke, bevor die Schneeschuhe ran dürfen

Kurze Gehstrecke, bevor die Schneeschuhe ran dürfen

Richtig! Es ist schon ein schwer zu missendes Vergnügen, wenn man mit den Latten durch frisch gefallenen Pulver gleiten kann. Na merkt ihrs? Genau! Ist auch ein Gleitsport. Aber der ein oder andere H&F-Fan ist des Skifahrens gar nicht so mächtig und es gibt auch den ein oder anderen Berg, der sich zwar mit Ski besteigen ließe aber der die Abfahrt mit dichtem Wald und schwerem Weg versperrt. Da kommt doch der Trend des Schneeschuhwanders eigentlich wie gerufen.

Heißer Tee am kalten Startplatz

Heißer Tee am kalten Startplatz

Vor dem kalten Flug noch ein Gruß vom Nachbarberg

Vor dem kalten Flug noch ein Gruß vom Nachbarberg

Ich hab für euch mal die Praktikabilität dieser Kombi am Sulzberg in der Brannenburger Ecke getestet und musste feststellen, dass für gerade auch diesen Berg diese Variante des Berggehens und Runterfliegens die einzig logische Art der Fortbewegung ist. Traumhafte Ausblicke und die perfekte Aufstiegsvariation setzt neue Reize nicht nur fürs Auge, sondern auch für den Körper!

Man sollte allerdings ein paar Dinge beachten! Wer zum Beispiel das Fliegen immer im Vordergrund hat, muss sich nun auch mit dem Thema “Alpine Gefahren im Winter” auseinander setzen. Auch ist der Start im Schnee nicht ganz einfach. Mit den Scheeschuhen an den Füßen in normalem Startgelände ist dies fast nicht praktikabel. Außerdem ist die am Startplatz nicht selten eine hinderliche Wechte oder Triebschnee anzutreffen. Besser mit den Gehhilfen eine Lauframpe planieren! Aber Vorsicht! Wechten können abbrechen und Triebschnee ist oft als kritisch anzusehen, was die Lawinensituation betrifft. Im besten Fall hat der Wind zwar in den Vortagen den Startplatz aper geblasen aber dann ist eben an anderer Stelle; beim Aufstieg mit Triebschnee zu rechnen.

Nichts desto trotz – kann man mit einem Schirm die Schneeschuhtour oder umgekehrt mit den Schneeschuhen das Winter-Hike&Fly ungeahnt aufwerten.

W&F zur Gehrenspitze // Leutasch

Manche Tage sind schön, an anderen wiederum funktioniert einfach alles. Doch diesen Tag muss man tatsächlich als Geschenk sehen. Das Wetter, der Schnee, der Gipfel und das Drumherum. Auf dem Weg zur Gehrenspitze nahe Seefeld, in der Leutasch begegnete uns kein Mensch. Naja, gar keiner stimmt auch nicht ganz. Nur Markus war noch unterwegs – ein ehemaliger Flugschüler, der wie er sagt, gar nicht so der H&F-Fan ist. Aber während der Revisionszeiten der Lifte bleibt ihm leider nichts anderes übrig, als die Höhenmeter mit den eigenen Beinen gut zu machen. Wir, Gabor und Ich waren dagegen mit nur einem Ziel unterwegs. Den Berg erleben. Bestens vorbereitet auch durch unsere Ausrüstung. In unseren leichten Wendegurtzeugen befanden sich jeweils ein kleiner leichter schirm, die Passende Rettung und ein Vario, dass die Größe einer Zigarettenschachtel nicht wirklich überstieg. So equiped war es für uns ein leichtes, diesen wundervollen Aufstieg zu genießen und den kann ich wirklich jeden Bergambitionierten nur empfehlen. Schöne Wege und eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit großartigen Talblicken und zum Schluss konditionell leichtem aber durchaus recht alpinem Gelände kurz unter dem Gipfel. Eine Genußtour von erster Güte! Eine gute Wegbeschreibung findet ihr hier.

An der Wettersteinhütte

An der Wettersteinhütte

Der Flug ist recht einfach. Nach SSE bis SSW wird entweder vom Gipfel oder von den östlich gelegenen Grasgraten gestartet. Die Landebedingungen was den Platz angeht kann ich hier leider nicht angeben, da es durch widersprüchliche Berichte fraglich ist, ob der Berg im Moment einen offiziellen Landeplatz hat. Deswegen denkt bitte daran, nur mit Aussenlandeerlaubnis zu fliegen.

Trotzdem kann ich diese Tour auch jedem Nichtflieger sehr ans Herz legen, auch wenn die Leutasch nicht von jedem in kurzer Zeit zu erreichen ist. Das nächstgelegene Ziel wäre im Übrigen die Hohe Munde.

Einplanen sollte man für die Tour, im Falle, dass das Fliegen möglich ist, lockere 4,5 Stunden. Dann hat man aber auch einen echt atemberaubenden Bergtag geschenkt bekommen. Es gibt noch eine spannende Aufstiegsalternative durch eine steile Rinne von Osten her. Diese möcht ich aber hier nicht näher beschreiben, da sie bei entsprechender Schneelage nicht vorhersehbar ist. Immer in Anbetracht der eigenen Fähigkeiten natürlich 😉

Blick Richtung ost hin zum Leutaschtal

Blick Richtung Ost hin zum Leutaschtal

Oder: Kinderpunsch- und Streckenfliegen mal anderst

Traumwetter hat man ja im Dezember öfter einmal, wenn das Jahr nicht ganz auf grau eingestellt ist und diese Tage sollte man nutzen.

Without any motion from Andreas Lanzl on Vimeo.

Video mit Material von der Westendorf-Safari

Aber richtig. Ich brauch wohl keinem sagen, dass die Flüge in unseren Breiten durch die wenige Sonneneinstrahlung nur eher selten die 100er-Marke ereichen. Eher nur knapp die zig-Kilometer-Grenze anknabbern. Also sucht man sich entweder einen Flecken Erde der durch bessere Klimabedingungen gesegnet ist oder wähl  entspanntere Flugvorhaben. An so einem kleinen Vorhaben durfte ich letztens Teilhaben und bin sofort Fan davon geworden.

Mehr oder weniger durch Zufall hab ich mich einer recht netten Truppe von “hiesigen” Piloten angeschlossen, die von der Hohen Salve weg auf “Safari” gehen wollten. Im Dezember! Nach kurzer Erklärung war der Plan klar. Seilbahnunterstützt ging es zwischen den Flugbergen Hohe Salve und Choralpe bei Westendorf hin und her. Eigentlich logisch: Warum nur immer einen Berg rauf und runter, wenn man doch der Fliegerei die Möglichkeit zum “Wandern” abringen kann? Natürlich kann man nach belieben einen kleinen vorweihnachtlichen “Kinderpunschstopp” oder eine Jause mit einbauen. Perfekt für entspannte Tage in der stressigen Geschenkebesorgungszeit.

 

Bestimmt gibt es dazu noch andere, geeignete Ecken in den schönen Alpen. Haltet doch einfach mal nach Skischaukeln ausschau! Oder Ihr kennt schon welche, dann schreibt doch einen kleinen Kommentar dazu und teilt mit uns eure Safari-Area!

Entspanntes Fliegen im schneefreien Süden

Wer kennt nicht das bekannteste Fluggebiet der Alpen? Wenn überall noch alles weiß und grau ist, wird hier schon lange in der sanften Thermik der Alpensüdseite geflogen. Die meiste Zeit im Jahr ist man allerdings nicht alleine an den zahlreichen Startplätzen und so wird aus dem erhofften entspannten Flugvergnügen ein stressig drängelndes Unterfangen in der Luft.

Wir waren in der Woche vor dem 24. Dezember mal unten am hottesten Spot für Plastiktüten-Cowboys – und Girls – und haben mal abgecheckt was geht.

Und es fliegt! Es fliegt sich sogar sehr gut und wie erhofft total entspannt. Allerdings sollte man dazu wissen, dass wir sehr Glück hatten, dass an der ansässigen Schule (!) eine Schülerin gerade zur Höhenflugausbildung da war und somit auch für uns der Shuttle-Service gesichert war. Andernfalls hätten wir Probleme bekommen, überhaupt und ohne eigenes Auto die Take-Offs zu erreichen.

Übernachtungen in einem der zahlreich vorhandenen B&Bs zu bekommen ist gar kein Problem – auch die Tourist-Info hat offen und gibt gerne Auskunft. Nur eben sollte man sich sicher sein, dass Schulbetrieb herrscht und sich am besten schon vorher bei Airpark Bassano informieren ob das Shuttle fährt.

W&F ist zwar möglich, kann aber durch die durchgehend geteerte Straße seine romantisches Potential auf keinen Fall ausspielen.

H&F auf die Hochplatte (Achenkirch)

Schöne einfache Tour für leichte Ostwindlagen. Weniger begangen als der Christlumkopf und die perfekte alternative zum Schönberg (Lenggries).

Gipfelhöhe: 1814 mMSL // Gehzeit: 2,5 h // Höhendifferenz: 870 hm // Startrichtungen: SSE – E – NE // Ausgangspunkt und Landung: N47.51466, E11.69736

Hinweiß: Knapp im Gleitwinkelbereich (A-Schirm) Ettappenflug –> Sicherheitslandung Falkenmoosalm (leicht), Bründlalm (schwierig)

Es gibt zwei Möglichkeiten auf die Hochplatte zu kommen. Einmal parkt man an der Seilbahn und wählt den Weg über die Pründelalm. Hier folgt man im leichten Aufstieg auch der direkten Flugroute ins Tal. Abwechslungsreicher, aber auch was die Steilheit der Anstiege angeht, ist der Aufstieg über die Skitourenroute. Leider ist es auch nicht ganz einfach, direkt in Parkplatznähe zu landen uns so muss man auch noch einen kurzen Fußmarsch durch das Tal in kauf nehmen, der sich aber mit sicherheit lohnt. Landewiesen gibt es im übrigen genug – wenn man es über’s Tal geschafft hat. Denn man sollte in der Luft und ohne Startüberhöhung nicht viele Anstalten machen und den Weg zurück ins Tals suchen. Dabei folgt man logisch dem Bergrücken Richtung Achenkirch-Süd. Der Überflug zum “Tiroler Land”, dem Start der Skitourenroute ist dank weitläufiger Bewaldung eher eine Zitterpartie!

Letzter Gipfelaufschwung über Falkenmoosalm

Im Winter ist der Gipfel, dank des sehr steilem Ostaufschwungs, bei schlechtem Schneebedingungen, nicht immer sicher. Im Sommer hingegen ist es eine vielversprechende Tour, welche bei schwachen Nordlagen und Ost- bis Südwind immer geht.

Blick nach ESE Richtung Achensee. Hier ist die Hauptsächliche Startrichtung zu sehen. Rechts am Kreuzfuß vorbei sieht man die nächste Landewiese im Talgrund.

Wenn man in der Luft den Bergrücken folgen muss, weil man kein Steigen erhält, sollte man in Etappen fliegen. Der erste Ausweg ist, Abgesehen von der Wiese direkt unter dem Start, die Falkenmoosalm. Wenn man links schaut ist sie noch lange zu erreichen und gut zu sehen und auch für den, der nicht den Aufstieg über die Skitourenroute gewählt hat, wird hier einen einfachen und leicht zu folgenden Abstieg vorfinden.

Hochfeiler November 2011

Tourensteckbrief

Anstieg: 1800 hm // Gipfel auf 3510 m MSL // Zeit 1,5 Tage // Ausrüstung: Steigeisen&Pickel // Übernachtung im nicht beheiztem Winterraum

 

Tag 1 / 2

Eine kurzentschlossene Verabredung für das kommende Wochenende war der Startpunkt für ein grandioses Bergerlebnis in den (noch) Zillertaler Alpen. Wenn man den Namen in seiner Muttersprache hört, dann möchte man seine Zugehörigkeit zur eben genannten Berggruppe gar nicht glauben. Aber der Grand Palistro gehört trotzdem zu den schönsten der Zillertaler Gruppe.

Versucht man sich ihm von Norden her zu nähern erwartet einem der Schlegeisspeicher und von dort geht es, nur noch zu Fuß, dem Bachbett mit seinen dicken, unwegsamen Geröllbrocken der längsten Eiswand der Tiroler Alpen entgegen. Die Hochfeiler Nordwand ist eines der letzten verbleibenden und nicht dem Klimawandel zum Opfer gefallenen Paradiese für Eiskletterer.

Wir näherten uns dem Gipfel auf der weitaus leichteren – im Sommer sogar leichten – Südroute von Sasso im Pfitschtal aus.

Wir begannen den Aufstieg zur Hochfeilerhütte (2710 m MSL) um ca. 13:30. Uns war klar, dass wir in die Nacht kommen werden aber der Weg zum Stützpunkt ist nicht schwer zu finden. Weggabelungen gibt es so gut wie keine. Man kann den eigentlichen Gipfel von hier aus zwar nicht zur Orientierung benutzen aber wenn man sich taleinwärts immer links hält ist der weg dennoch logisch und der ausgetretene Pfad nahe dem Talboden lenkt einen zielsicher nach oben, bis dann die Bergformation das Fortschreiten leitet. Auf nicht sehr steilem Weg macht man gute Meter Richtung Talschluss und zu guter letzt frisst man die Höhenmeter auf einigen Stichen weg. Alles in allem ein kurzweiliger und sehr schöner Anstieg. Einzig und alleine für die zwei Querungen in leicht ausgesetztem Gelände wünschten wir uns entweder Tageshelle oder vollkommene Dunkelheit, da die Bedingungen des letzten gefallenen Schnees eishart und rutschig waren. Der Pickel war hier Pflicht. Auf die Nutzung von Steigeisen verzichteten wir auf Grund des, an den wichtigsten Stellen vorhandenen Stahlseiles.

Es war ca. 18:30 Uhr, als wir die Hütte zum ersten mal als winzig kleinen leuchtenden Punkt am Horizont sahen. Zu unserer aller Überraschung und bedingt durch die bis dahin noch mondlose Nacht, war der ‘Horizont’ gar nicht mal so weit weg und schon nach einer halben Stunde seit des ersten Erblicken erreichten wir die Hochfeilerhütte, deren Winterraum bereits voll besetzt war.

Für eine Übernachtung im Freien wäre unsere Ausrüstung definitiv zu wenig gewesen. Wir hätten kein Auge zu gemacht und unser vorhaben wäre schon an diesem recht einfachem Berg gescheitert.

Schnell noch zum Ausklang des Tages eine Suppe und ein Glas Rotwein zur Stärkung. Den Wein trank keiner von uns aus. Man merkt die Höhenmeter doch ein wenig und nachdem es doch ungemein anstrengend ist, bei -15°C Abendessen zu machen und gleichzeitig seinen Körper warmhalten zu wollen, war jeder froh, wenn das Essen zusammen mit einem Glas heißem Tee wärmend im Magen verschwunden war. Wärenddessen haben wir uns mit den Bewohnern des Winterraum’s – eine Gruppe polnischer Bergsteiger auf dem Rückweg – so verständigt, dass wir es doch irgendwie einrichten konnten, nicht im Freien übernachten zu müssen. Der Winterraum war also so voll, dass wir uns sogar allesamt zu zweit in ein kleines Bett zwängen mussten. Die klirrende Kälte war auch ungemindert innerhalb der kleinen gedrungenen Stube zu merken, Aber wenigstens ging kein Wind und das dicht an Dicht der Schlafsäcke tat ihr übriges für eine warme Nacht.

Tag 2 / 2

Der zweite Tag der Tour begann mit einem überwältigenden Schauspiel bei dem die Anmut der weißen Gipfel der Alpen außen herum und das Farbenspiel der aufgehenden Sonne die Hauptakteure waren. Gleich welche Sorge oder welche Anstrengung hinter oder noch vor einem liegen mögen, hier löst man sich auf in einer der klarsten Sinnhaftigkeiten dessen was man da gerade tut.

Gleich hinter der Hütte beginnt auch schon der Gipfelanstieg über den Grat zum Grand Palistro.

Wir hatten wohl die besten Wetter und Schneebedingungen, welche man für die Tour haben kann. Griffiger Harsch auf wenig lockerem Schnee und in den Steilungen perfektes Raueis. So wurde unsere Tour ein absoluter Hochtourengenuss für Steigeisen und Pickel.

Nach dem ersten Aufschwung, welcher aper ein Einfacher kleiner Klettersteig ist, fühlt man sich auch gleich wieder wie in einer anderen Welt. Von hier aus übersieht man den gesamten Grat- und weiteren Tourenverlauf. Weit weg von jeder Hektik und entrückt von der Zivilisation kommt man auf sicherem, wenn auch mitunter sehr steilem Gelände Meter um Meter voran und kann sich freuen auf das, was da an weg vor einem liegt.  Trotz des einfachen Schnee legen wir ab jetzt die Steigeisen nicht mehr ab und auch der Pickel kommt nicht mehr an den Rucksack, welchen wir an der Hütte, die wir als Depot nutzen, um einiges erleichtert haben. Ein ca. 2,5 h Anstieg zum höchsten Punkt der Tour, welcher auf seinen letzen Metern mit einem sehr steilen und scharfen Schneegrat aufwartet, liegt vor uns.

Die Höhe macht sich bei diesem Marsch bereits bemerkbar und jetzt geht auch jeder nur noch sein eigenes Tempo. Sicherlich ist es eine nicht wirklich hohe Hochtour aber trotzdem fällt das Atmen auch auf Grund der Kälte schwer.  Der Wind pfeift unerbittlich am Gipfel und die Finger und das Gesicht werden, alsbald man stehen bleibt und die grandiose Aussicht nach norden zum Schlegeis und Olperer genießt oder hinunter blickt ins Pfitschertal und sich an den tausenden schneebedeckten Bergspitzen des Alpenhauptkammes satt sieht, sofort eiskalt. Mehr wie ein kurzer Gipfelgruß und ein Foto zur Erinnerung wird es nicht, bevor wir den Abstieg beginnen. Das Foto hätten wir uns auf dieser Tour getrost sparen können. Zu tief waren die Eindrücke, die uns der Berg und das Wetter heute schenkten.

Der Rückweg folgt dem Aufstieg und bei Tageslicht ist dieser auch kein weiteres Problem mehr. Es bleibt genug Zeit sich über diese oder auch über nächste Touren Gedanken zu machen. Sich zu beratschlagen oder auch einfach nur das Eis und den Schnee um sich zu genießen, welcher es scheinbar sogar vermag, die Zeit einzufrieren.

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